Unsere Sinne müssen sich erst langsam auf eine andere Wahrnehmung einstellen, sobald wir uns einmal nicht auf unsere Augen verlassen können.

Wenn das Bewusstsein die Augen ersetzt – eine ganzheitliche Betrachtung (Teil 1)

Sehr oft, wenn ich von meiner Tätigkeit erzähle, ernte ich verblüffte, teils ungläubige Reaktionen: Dabei ist das, was ich zusammen mit meinem Partner Axel Kimmel jetzt seit mehr als 12 Jahren anbiete, etwas, das es schon sehr lange auf unserem Planeten gibt: „Sehen ohne Augen“ ist weit mehr als eine außergewöhnliche Methode – es ist ein Schlüssel zu einem erweiterten Verständnis des Menschen und seiner verborgenen Fähigkeiten. In einer Zeit, in der die ganzheitliche Medizin zunehmend anerkennt, dass der Mensch mehr ist als die Summe seiner körperlichen Funktionen, eröffnet dieses  Praxis faszinierende Perspektiven: Sie zeigt, dass Wahrnehmung nicht allein an die physischen Sinnesorgane gebunden sein muss, sondern dass unser Bewusstsein über Wege verfügt, die weit über das hinausgehen, was die konventionelle Wissenschaft bisher für möglich gehalten hat.

Mit Sehen ohne Augen ist genau das gemeint, was der Name sagt: Wir alle verfügen mit entsprechendem Training über die Fähigkeit, unseren Sehsinn fast 1:1 wie mit unseren physischen Augen entweder mit geschlossen Augen oder verbundenen Augen ersetzen zu können. Das klingt erst einmal unglaublich. Doch diese Praxis bietet Menschen mit Seheinschränkungen jeder Art – bis hin zur vollständigen Erblindung – die Möglichkeit, und mit entsprechendem Training auf völlig natürlichem Weg wieder hundertprozentige Sehfähigkeit unabhängig von ihren Augen zu erlangen. Für sehende Menschen kann Sehen ohne Augen ein Tor zur Entwicklung von Intuition, Hellsehen, Telepathie und einer tiefgreifenden Bewusstseinserweiterung sein. Was auf den ersten Blick unmöglich klingt, wird jedoch durch zahlreiche Erfahrungsberichte, wissenschaftliche Untersuchungen und eine wachsende internationale Forschungsgemeinschaft untermauert.

Doch lassen Sie uns zu Beginn die Fragen klären, was bringt es einem Menschen, wenn er trainiert und lernt, ohne den Einsatz seiner Augen visuell wahrzunehmen/zu sehen. Die großartige in uns allen veranlagte Fähigkeit fördert nachweislich das Selbstvertrauen, die Konzentration und in vielen Fällen auch die innere Ruhe – bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern. Dadurch entsteht eine klarere Präsenz im Hier und Jetzt, ein Ausgleich der rechten und linken Gehirnhälfte, mehr innere Gelassenheit.  So lassen sich u.a auch leichter gute und richtige Entscheidungen treffen, was das Leben durchaus leichter und schöner machen kann.

Ganz im Zentrum unseres Gehirns befindet sich unser sogenanntes drittes Auge der Wahrnehmung, kurz vor der Zirbeldrüse.

Es ist schon einige Jahr her, da meldet die Mutter von Tom ihren damals 14-jährigen sehr stark sehbehinderten Jungen in unserem Seminar an. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Tom und ich vor Freude durch unseren Garten sprangen und wie begeistert er war, als er mir erzählte: „ Evelyn, ich sehe glasklar, ich sehe das Haus gegenüber, ich sehe die Bäume und das Auto. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so klar und gut gesehen wie jetzt!“. Tom wurde blind geboren. Als Kleinkind hatte er das Glück, dass seine Sehfähigkeit auf einen Visus von fünf Prozent rechts und eine Hell-Dunkel-Erkennung links erweitert werden konnte, nachdem seine Eltern einen alternativ orientierten Arzt aufgesucht hatten. Nachdem seine Mutter vom Sehen ohne Augen erfahren hatte, meldete sie Tom für ein Seminar an. Nach lediglich zwei Monaten Training, nach nur insgesamt 25 Trainingsstunden erlebte Tom diesen Durchbruch. Dieser Glücksmoment zeigt einmal mehr, was diese Methode, die ich seit Jahren zusammen mit meinem Partner Axel Kimmel vermitteln darf, bewirken kann.  Tom‘s Beispiel zeigt: Beim Sehen ohne Augen werden die

Augen zur Informationsaufnahme nicht mehr benötigt. Die visuelle Informationsaufnahme geschieht über den Bereich an der Nasenwurzel, zwischen den Augen, auf Höhe der Zirbeldrüse im Gehirn. Im indischen Kulturkreis wird dieser Bereich als drittes Auge bezeichnet – ein Begriff, der vielen spirituell und ganzheitlich orientierten Menschen vertraut ist. Die Zirbeldrüse, auch Epiphyse genannt, spielt in zahlreichen spirituellen Traditionen eine zentrale Rolle als Sitz der höheren Wahrnehmung und des inneren Sehens. Durch gezieltes Training lässt sich dieser Bereich aktivieren und öffnen, sodass visuelle Informationen über das dritte Auge an das Gehirn gesendet werden, wo sie in den gleichen visuellen Eindruck übersetzt werden, den wir sonst über die physischen Augen erhalten. Menschen wie Tom, die unter starken Seheinschränkungen oder Erblindung leiden, eröffnet sich damit die Möglichkeit, temporär auf natürlichem Weg wieder scharf, klar und farbig sehen zu können – so wie ein Mensch mit hundertprozentiger Sehfähigkeit. Immer wieder erhalte ich Feedbacks von Eltern, bei deren Kindern eine Leserechtschreibschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, eine abgemilderte Sozialphobie und ADS diagnostiziert worden waren.  Manchmal dauert es  nur vier Wochen nach dem Erlernen des Sehens ohne Augen bis wir die Rückmeldung erhalten, dass die Kinder im Alltage ruhiger reagieren als zuvor,  und mehr aus ihrer Mitte heraus agieren und sich ihre Konzentration  teils auffällig verbesserte. Immer mal wieder erzählen uns Eltern, dass ihre Kinder mit verbundenen Augen besser und schneller lesen können als mit der im Training genutzten Mindfold-Maske.

Mit der auf völlige Dunkelheit getrimmten Mindfold-Maske befinden wir uns im wahrsten Sinne des Wortes komplett im Dunkeln. Erst in diesem Zustand treten Step by Step unsere weiteren Sinne intensiv auf den Spielplan.

Was für viele noch wie ein Wunder klingt, wird von einer wachsenden Zahl international anerkannter Wissenschaftler erforscht und bestätigt. Das Sehen ohne Augen – in der Fachsprache auch als „Extra-Ocular Vision“ (EOV) oder „Non-Visual Vision Phenomenon“ (NVVP) bezeichnet – ist längst kein Randthema mehr, sondern ein ernstzunehmender Forschungsgegenstand an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, Bewusstseinsforschung und ganzheitlicher Medizin.

Einen besonderen Meilenstein setzte im Jahr 2023 der spanische Neurowissenschaftler Dr. Alexander Gomez-Marin. Er erhielt den renommierten Linda G. O’Bryant Noetic Sciences Research Prize des Institute of Noetic Sciences (IONS) für seine Forschungsarbeit „Seeing Without Eyes“. Dieser bahnbrechende Preis, der mit einem Preisgeld von 100.000,- Dollar dotiert ist, würdigt Spitzenforschung auf dem Gebiet der Bewusstseinsforschung – insbesondere Arbeiten, die über das materialistische Paradigma hinausgehen und zeigen, dass das Bewusstsein mehr ist als ein bloßes Nebenprodukt neuronaler Aktivität. Gomez-Marin hat sorgfältig kontrollierte Experimente entworfen, die das Phänomen der außerretinalen Wahrnehmung bei blinden und sehenden Personen untersuchen. Seine Arbeit stützt sich auf die Theorien des Psychologen William James, wonach das Gehirn das Bewusstsein nicht erzeugt, sondern es vielmehr überträgt und filtert – eine Sichtweise, die hervorragend zur ganzheitlichen Philosophie passt.

Einer der früheren und faszinierendsten Forscher auf diesem Gebiet war der mexikanische Neurophysiologe und Psychologe Dr. Jacobo Grinberg-Zylberbaum. Grinberg, geboren 1946 in Mexiko-Stadt, widmete sein Leben der Erforschung des menschlichen Bewusstseins an der Schnittstelle von moderner Wissenschaft und traditioneller Weisheit. Er studierte Psychologie an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) und Psychophysiologie an der New York University, wo er promovierte. Grinberg entwickelte die sogenannte „SyntergikTheorie“, die davon ausgeht, dass es ein grundlegendes Energiefeld gibt – ähnlich dem Konzept des morphogenetischen Feldes nach Rupert Sheldrake –, das alle Lebewesen miteinander verbindet. In seinen Studien mit mexikanischen Schamanen konnte er Phänomene wie das extraokuläre Sehen und intentionales Heilen dokumentieren. Besonders bemerkenswert waren seine Telepathie-Experimente, bei denen er nachwies, dass sich die Gehirnmuster zweier meditierender Menschen ohne physische Verbindung synchronisieren können – das sogenannte „Transferred Potential“. Grinbergs Verschwinden im Dezember 1994 unter ungeklärten Umständen verleiht seiner Geschichte eine tragische Dimension. Bis heute gilt er offiziell als verschollen. Sein wissenschaftliches Erbe lebt weiter und inspiriert eine neue Generation von Bewusstseinsforschern weltweit.

Auch der amerikanische Neurowissenschaftler Dr. Jeffrey Fannin, der eng mit dem bekannten Bewusstseinsforscher Dr. Joe Dispenza zusammenarbeitet, hat ebenfalls bedeutende Forschungsergebnisse zum Thema Sehen ohne Augen vorgelegt. In einer Konferenz der MPUSA am 27. Februar 2021 berichtete er ausführlich über seine Erkenntnisse. Mithilfe von EEG-Messungen und Hirnscans konnte er zeigen, dass bei Menschen, die ohne Augen sehen, der visuelle Kortex genauso aktiv ist, als hätten sie die Augen geöffnet – obwohl keinerlei Licht die Netzhaut erreicht. Dr. Joe Dispenza selbst widmet dieser Fähigkeit in seinem bekannten Buch „Du bist das Plazebo“ ein eigenes Kapitel. Dort beschreibt er den Fall einer Frau, die zusammen mit Dr. Fannin an ein EEG mit Hirnscan angeschlossen wurde. Diese Frau konnte nicht nur mit geschlossenen Augen sehen sondern auch visuell wahrnehmen, was sich hinter ihr befand. Von Prof. Norbekov, einem weiteren Experten auf diesem Gebiet, ist bekannt, dass er diese Fähigkeit als „360-Grad-Sehen“bezeichnet.

Der italienische Gehirnforscher Prof. Elio Conte, Professor für Psychophysiologie am Institut für Neurologische und Psychiatrische Wissenschaften der Universität Bari, hat die Auswirkungen des Sehens ohne Augen per EEG untersucht. Er maß den Alphawellenzustand einer Schülerin von Prof. Mark Komissarov in seinem Labor und kam zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Die Gehirnaktivität von Menschen, die gelernt haben, ohne ihre Augen zu sehen, ist um ein Vielfaches ausgeprägter als ohne die Aktivierung des dritten Auges. Diese Messungen unterstreichen, dass beim Sehen ohne Augen tatsächlich tiefgreifende neurophysiologische Prozesse ablaufen – es handelt sich nicht um Einbildung oder Wunschdenken.

Erst 2025 veröffentlichte Prof. Laxmidhar Behera, Direktor des Indian Institute of Technology (IIT) Mandi und international anerkannter Forscher auf dem Gebiet der Kognitionswissenschaft und der Gehirn-Computer-Schnittstellen, eine wegweisende Studie über das „Non-Visual Vision Phenomenon“ (NVVP). Diese Studie wurde durch Living Art, eine Organisation, die das Sehen ohne Augen in einem größeren Rahmen vermittelt, bekannt gemacht. An der Moskauer Universität für Geisteswissenschaften wurden bereits 2011 unter Leitung von Prof. Dr. med. Zvonikov psychophysiologische Tests an Kindern durchgeführt, die nach der Methode von Mark Komissarov trainierten. Die EEG-Untersuchungen zeigten einen Rückgang langsamer Wellenaktivität und einen Anstieg der Beta-Aktivität sowie eine zunehmende Aktivierung der rechten Gehirnhälfte.

Auch das Labor für Kinder-Neurophysiologie des IEPHB in Sankt Petersburg unter Prof. Shepovalnikov kam zu dem Schluss, dass während des Experiments eine Neuordnung der bioelektrischen Gehirnaktivität stattfand, die mit der Übermittlung von Informationen über Kommunikationswege zusammenhängt, die den peripheren Teil des visuellen Analysators umgehen. Selbst die School of Medicine in New York bestätigte, dass zu dem Zeitpunkt, als die Augen mit einer lichtundurchlässigen Binde verbunden waren, keinerlei Signale an die visuellen Gehirnbereiche übermittelt wurden – und dennoch konnte die Testperson sehen. Die Forscher hatten keine Erklärung dafür. Was viele Menschen überrascht, wenn sie anfangen, sich damit zu beschäftigen: Das Sehen ohne Augen ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits 1919 veröffentlichte der französische Schriftsteller und Forscher Jules Romains, mit bürgerlichem Namen Louis Farigoule, das bahnbrechende Werk „La vision extra-rétinienne et le sens paroptique“, in dem er das Sehen ohne Augen wissenschaftlich beschrieb und Menschen diese Fähigkeit vermittelte. 1927 wurde Farigoule auf einem Augenkongress in Edinburgh für seine Arbeit ausgezeichnet. Er ließ sich sogar notariell beglaubigen, dass blinde Menschen mit seiner Methode wieder vollständig sehen lernen können.

Laut Überlieferungen wurde bereits circa 1300 nach Christus im Königshaus des Majapahitreiches das Sehen ohne Augen trainiert und dokumentiert.

Wenn man den Überlieferungen glauben schenkt, dann wurde bereits 1300 Jahre n. Chr. das Sehen ohne Augen im Königshaus des Majapahit-Reich, das von ca. 1293–1527 ein mächtiges Hindu-buddhistisches Imperium war, trainiert und dokumentiert. Geben Sie den Begriff VibraVision® im Internet ein, dann finden Sie dort die Information, dass das Sehen ohne Augen seine Wurzeln in alten indonesischen Kampfkünsten hat.

Auch der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, beschäftigte sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Idee eines Sehens jenseits der physischen Augen.

Doch zurück zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie und Wegbereiter einer ganzheitlichen Weltsicht, beschäftigte sich bereits zu dieser Zeit mit der Idee eines Sehens jenseits der physischen Augen. In seinen Vorträgen über das menschliche Auge – festgehalten in der Gesamtausgabe (GA 352) – formulierte er den berühmten Satz: „Mit dem übersinnlichen Ich sieht man.“ Steiner war davon überzeugt, dass der Mensch über übersinnliche Wahrnehmungsorgane verfügt, die durch geistige Schulung entwickelt werden können – eine Vision, die sich im Sehen ohne Augen auf bemerkenswerte Weise zu bestätigen scheint. Aus dem Jahr 1926 fanden wir Zeitungsberichte über Leila Hayn, eine blind geborene Australierin, die ein Buch darüber veröffentlichte, wie sie gelernt hatte, ohne Augen zu sehen. Auch über die berühmte Helen Keller, ebenfalls blind geboren, wird berichtet, dass sie über diese Möglichkeit das Sehen erlernte. Kopien der originalen Zeitungsartikel von damals finden Sie auf der Internetseite: https://www.sehen-ohne-augen.de/was-ist-sehen-ohne-augen/geschichte/.

Anfang der sechziger Jahre wurde der Fall der Russin Rosa Kuleshova bekannt, die in der Lage war, Menschen und Gegenstände mit völlig abgedunkelten Augen zu erkennen – auch ohne den Einsatz ihrer Finger und Haut, was die ursprüngliche Theorie des „Hautsehens“ widerlegte. Auch die Schriftstellerin Mary Summer Rain berichtete in ihrem Buch „No Eyes“ von ihrer schamanischen Lehrerin, die blind geboren wurde, jedoch alles visuell wahrnehmen konnte.

Weltweit gibt es weitere Systeme, die das Sehen ohne Augen vermitteln: In Malaysia über das Midbrain Activation Training, in China durch die Schule von Yumiko Tobitani, beim russischen Trainer Vyacheslav M. Bronnikov. Durch die Methode von Nicolay Denisov geht es jedoch erheblich schneller: Innerhalb von Minuten bis zwei Stunden kann ein Kind, innerhalb von drei bis fünf Tagen ein Erwachsener ohne Seheinschränkung diese Fähigkeit erlernen. Eine weitere bisher wenig  im deutschsprachigen Bereich bekannte Information ist,  dass das Sehen ohne Augen längst internationale Medienaufmerksamkeit erlangt hat: Fernsehsender in zahlreichen Ländern haben über dieses Thema berichtet – von Argentinien über Spanien und Mexiko bis zu den Philippinen, von Russland bis Indien. In der spanischen Sendung „Plan B“, im mexikanischen Fernsehen bei Zona TV, beim philippinischen Sender TV Patrol Northern Luzon, im russischen Fernsehen bei PTP und bei gleich mehreren indischen Sendern wie Zee TV, News Nation und Karnataka TV Channel wurden Demonstrationen des Sehens ohne Augen einem Millionenpublikum präsentiert.

Ebenfalls brachte die US-amerikanische Filmproduzentin Caroline Cory  2019 den mehrfach ausgezeichneten Kinofilm „Superhuman“, auf Deutsch „Supermensch“ heraus. Darin widmet sie sich u.a. auch dieser außergewöhnlichen Fähigkeit und zeigt auch uns als deutsche Vermittler dieser Methode.  Denn auch in Deutschland wächst das Interesse an dieser Methode:  Jan Hof, der Social-Media-Manager der Pforzheimer Zeitung, produzierte einen ausführlichen Videobeitrag über das Sehen ohne Augen, den er eigenständig drehte und schnitt. Über 14 Vorträge wurden bereits in mehr als 7 Naturheilvereinen in Deutschland gehalten, bei denen auch ehemals blinde Teilnehmer über ihre Erfahrungen berichteten und sich bei ihrem Training filmen ließen.

Um besser zu verstehen, wie ein Sehen ohne die Augen möglich ist, lohnt sich ein Blick darauf, wie das Sehen mit den physischen Augen funktioniert. Augenärzte und Optiker wissen: Wenn wir auf die Welt kommen, lernen wir das Sehen – genauso wie das Laufen und Sprechen. Anfangs haben wir alle bis auf die ersten zwanzig Zentimeter vor uns nur hellen Brei vor Augen. Dieser löst sich Tag für Tag auf, und ab der zweiten Lebenswoche sieht jeder gesunde Mensch die ersten Umrisse seiner Umgebung. So etabliert sich das Sehfeld immer mehr, bis wir mit dem neunten Lebensmonat in der Lage sind, ähnlich wie Erwachsene zu sehen. In diesen ersten neun Monaten baut unser Gehirn eine Art innere Datenbank auf, die neue visuelle Informationen aufnimmt, abspeichert und archiviert. Die Augen nehmen Informationen aus der Umgebung auf und senden diese über die Sehnerven an das Gehirn – vergleichbar dem Filmen mit einer Videokamera. Sobald die visuell aufgenommenen Informationen im Gehirn angekommen sind, übersetzt dieses sie mithilfe der gespeicherten Daten zu dem Bild, das wir wahrnehmen. Die entscheidende Erkenntnis der modernen Gehirnforschung lautet: Das Bild, das wir sehen, entsteht in unserem Kopf –nicht in unseren Augen! Rudolf E. Lang hat diese Erkenntnis in seinem Buch „Sehen – wie sich das Gehirn ein Bild macht“ umfassend dargelegt. Für die ganzheitliche Medizin ist diese Erkenntnis von besonderer Bedeutung, denn sie rückt das Bewusstsein ins Zentrum der Wahrnehmung. Die Augen sind lediglich ein Werkzeug – ein Kanal, über den Informationen fließen.

Für sehende Menschen kann „Sehen ohne Augen“ ein Tor zur Entwicklung von Intuition, Hellsehen, Telepathie und einer tiefgreifenden Bewusstseinserweiterung sein.

Einer der beeindruckendsten Fälle in unserer Arbeit ist Harald Frase, Vizepräsident der Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenhilfe Baden-Württemberg e.V. Aufgrund der seltenen Augenerkrankung Morbus Eales waren seine Sehnerven so schwer geschädigt worden, dass ihm nur noch eine Sehfähigkeit von 0,5 Prozent verblieb – er konnte lediglich hell und dunkel unterscheiden.  Als er zu uns kam, galt er seit 7 Jahren als gesetzlich blind. Bereits nach seinen ersten fünf Tagen Seminarteilnahme zeigten sich für ihn die ersten Fortschritte.  Allerdings dauerte es neun Monate intensiven Übens, bis Harald Frase das Sehen ohne Augen im Alltag einsetzen konnte. Heute beeindruckt er Menschen bei Vorträgen und Demonstrationen mit seinen Fähigkeiten. Sein Weg zeigt, was möglich sein kann, wenn man sich mit Ausdauer und Offenheit auf diese Methode einlässt. Ich möchte jedoch betonen, dass wir als Sehen-ohne-Augen-Tea niemandem, der zu uns kommt, einen Erfolg versprechen können oder wollen – es handelt sich immer um ein Versuch, der in der Vergangenheit bei uns in vielen Fällen geglückt ist.

Für Menschen, die sich einer ganzheitlichen Sichtweise verbunden fühlen, ist besonders bemerkenswert, was das Sehen ohne Augen über die reine Verbesserung der Sehfähigkeit hinaus bewirken kann. Der renommierte Physiker und Biologe Dr. Ulrich Warnke, der dem Phänomen in seinem Buch „Quantenphilosophie und Interwelt“ ein eigenes Kapitel widmet, erklärte, dass sich durch das Sehen ohne Augen spirituelle Fähigkeiten wie Hellsehen, Telepathie, Aurasehen, das Lesen des morphogenetischen Feldes sowie das eigene Manifestationspotenzial beschleunigt entwickeln lassen. Wer es schafft, durch die undurchsichtige Mindfold-Maske zu sehen, kann mit entsprechendem Training auch lernen, durch Wände und andere Gegenstände zu schauen. Sehen ohne Augen trainiert intensiv und spielerisch auch die Intuition – nicht nur als vage Ahnung oder Bauchgefühl, sondern als echtes inneres Wissen. Denn große Unternehmen setzen zunehmend auf intuitiv geschulte Menschen, sei es bei der Personalauswahl oder in Führungspositionen, da Manager mit einer ausgebildeten Intuition nachweislich erfolgreicher agieren.

Das Sehen ohne Augen ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie eng Körper, Geist und Seele miteinander verwoben sind – ein Grundprinzip der ganzheitlichen Medizin und Naturheilkunde. Wenn ein Mensch lernt, über einen bisher ungenutzten Wahrnehmungskanal zu sehen, verändert sich – aus meiner Beobachtung heraus – nicht nur seine visuelle Fähigkeit, sondern sein gesamtes Wesen. Die Methode des Sehens ohne Augen passt nahtlos in das Verständnis einer Medizin, die den Menschen nicht auf seine körperlichen Symptome reduziert, sondern ihn als ganzheitliches Wesen mit physischen, emotionalen, geistigen und spirituellen Dimensionen begreift. Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass wir Menschen über Potenziale verfügen, die weit über das hinausgehen, was wir im Alltag nutzen – und dass es sich lohnt, diese Potenziale zu wecken.

Nicht nur eine Frage der klassischen Sehstärke, sondern vielmehr der Gesamtheit der Wahrnehmung aller Sinnesorgane im Zusammenspiel.

Für uns, das Sehen-ohne-Augen-Team, die wir das Sehen ohne Augen seit Jahren vermitteln und dabei die erstaunlichsten Transformationen bei Kindern und Erwachsenen erleben dürfen, ist das eine erfüllende Aufgabe: Jedes Mal, wenn ein bisher blinder Mensch wieder lesen kann, wenn ein schüchternes Kind zu einem selbstbewussten jungen Menschen heranwächst, wenn ein Erwachsener berichtet, dass er gelassener und intuitiver durch seinen Alltag geht,  dann wissen wir, warum wir diesen nicht immer einfachen Weg der Pionierarbeit auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum angetreten sind. Doch uns bestärkt, weiter zu machen, was die ganzheitliche Medizin seit jeher weiß: Der Mensch ist zu weitaus mehr fähig, als er weiß und glaubt.  Wie Sie hier gelesen haben: Sehen ohne Augen ist keine Magie und kein Wunder – es ist eine trainierbare Fähigkeit, die in jedem von uns schlummert. Es braucht nur den Mut, sich darauf einzulassen, und die Bereitschaft, das eigene Weltbild ein wenig zu erweitern. Denn wie der Quantenphysiker und Biologe Dr. Ulrich Warnke es treffend sagte: Zwischen der physischen und der geistigen Welt existiert eine Brücke – und das Sehen ohne Augen ist einer der Wege, sie zu überschreiten.

 

 Quellennachweis:

  • Internetseite: www.sehen-ohne-augen.de (mit wissenschaftlichen Beiträgen und Videos)
  • Praxishandbuch: „Sehen ohne Augen – Das Praxishandbuch“ von Evelyn Ohly
  • Ulrich Warnke: „Quantenphilosophie und Interwelt“ (Kapitel „Sehen ohne Augen“)
  • Joe Dispenza: „Du bist das Plazebo“ Kapitel „Ohne Augen sehen“, S. 346–348
  • Rudolf E. Lang: „Sehen – wie sich das Gehirn ein Bild macht“
  • Rudolf Steiner: Vorträge GA 352 („Mit dem übersinnlichen Ich sieht man“)
  • IONS Noetic Sciences Research Prize 2023: noetic.org/prize-2023
  • Laxmidhar Behera: NVVP-Studie, IIT Mandi, 2025
  • Kurt Bach: Erfahrungsbericht in der österreichischen Fachzeitschrift Pulsar